Alles was du über deinen Muttermund (Zervix) wissen musst

Du wirst deinen eigenen Gebärmutterhals vermutlich nie sehen, aber das bedeutet nicht, dass du dir nicht über all die erstaunlichen Dinge bewusst sein solltest, die es darüber zu wissen gibt! Wenn du also via Google noch nicht Bilder darüber gesucht hast, sind wir für dich da um dir alles aufzuschlüsseln.

Was ist überhaupt ein Gebärmutterhals (Zervix oder Muttermund)?

Das Wort Zervix kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Gebärmutterhals“ (die Gebärmutter wird auch als Uterus bezeichnet). Warte... meine Gebärmutter hat einen Hals....? Irgendwie. Es ist ein schmaler, halsartiger Durchgang, der unter der Gebärmutter und über der Vagina liegt – stellen es dir als eine Art Torwächter*in zu deiner Gebärmutter vor. Deine Zervix produziert etwas, das Schleim (oder vaginaler Ausfluss) genannt wird, dessen Konsistenz sich während des Menstruationszyklus ändert. Diese Änderungen wurden speziell entwickelt, um eine Schwangerschaft zu fördern oder zu verhindern. Ein höherer Östrogenspiegel macht den vom Gebärmutterhals produzierten Schleim dünner, wodurch Spermien leichter in die Gebärmutter gelangen können und die Empfängnis unterstütz wird. Zu anderen Zeitpunkten hast du einen höheren Spiegel des Hormons Progesteron, das den Schleim dicker und saurer macht und eine Schwangerschaft verhindert.

Wo liegt der Gebärmutterhals?

Der Gebärmutterhals erstreckt sich von der Gebärmutter in den Vaginalkanal. Während der Menstruation wandert das Blut nach unten und durch eine stecknadelgroße Öffnung des Gebärmutterhalses in den Vaginalkanal.

Der Gebärmutterhals kann in der Nähe der Vaginalöffnung positioniert sein, was als niedriger Gebärmutterhals angesehen werden kann, oder hoch oben, was als ein hoher Gebärmutterhals bezeichnet wird. Es kann sich direkt in der Mitte des Scheidenkanals befinden, oder möglicherweise findest du, dass die Zervix eher mehr nach vorne oder hinten zeigt, wenn du eine geneigte Gebärmutter hast. Die Position, also die Höhe deines Muttermundes neigt dazu, sich während der Menstruation zu ändern, daher helfen regelmäßige Kontrollen, um festzustellen, welche Art von Gebärmutterhals du hast.

Den Muttermund finden

Zu allererst: Hände waschen. Um die Zervix zu finden, musst du deine Finger nutzen um sie zu ertasten. Führe einen Finger in die Scheide ein. Das erste was du spürst sind deine Scheidenwände. Bereite dich darauf vor, dass du etwas Weiches spüren wirst, ein bisschen so wie die Innenseite deiner Wangen, mit möglicherweise einigen weichen Rillen. Der Gebärmutterhals wird sich anders anfühlen. Es wird eher glatt, aber fest sein und ist eher eine Erhebung in der Vagina. Wenn du eine kleine Vertiefung, eine Öffnung oder einen Schlitz spürst, bist du auf deine Gebärmutterhalsöffnung gestoßen.

Den Muttermund messen

Sich selbst kennenzulernen ist der Schlüssel zur Überprüfung des Gebärmutterhalses auf Veränderungen und für den Erfolg bei der Verwendung einer Menstruationstasse.

55mm oder höher: Wenn du deinen Gebärmutterhals nicht erreichen kannst oder Schwierigkeiten hast, ihn zu erreichen, hast du höchstwahrscheinlich einen sogenannten „hohen Gebärmutterhals“. Das hat einen Vorteil, da die meisten Menstruationstassen nicht zu lang sind und folglich auch nicht herausragen.

45 mm – 55 mm: Wenn du deinen Finger einführen und deine Gebärmutterhals zwischen mittlerem und höchsten Knöchel tief findest (kein genaues Maß, aber eine hilfreiche Referenz) oder du hast ihn irgendwo im Bereich von 45-55 mm gemessen, dann hast du höchstwahrscheinlich einen durchschnittlichen Gebärmutterhals. Um zu messen, schau einfach wie viel cm sind es vom Eingang bis zum Muttermund – führe einen Finger ein und sobald die Fingerspitze den Muttermund ertastet merke dir an welcher Stelle vom Finger dieser aus der Scheidenöffnung schaut – den Teil von Fingerspitze bis zu der gemerkten Stelle kannst du abmessen.

44 mm oder niedriger: Wenn du deinen Muttermund in der Nähe der Vaginalöffnung leicht spürst, hast du einen niedrigen Gebärmutterhals. Bei einem niedrigen Muttermund ist die Auswahl der Menstruationstasse etwas wichtiger. Wenn du die Maße zur Hand hast, kannst du sie mit unserer Größentabelle für Menstruationskappen vergleichen.

Den Gebärmutterhals überprüfen

Die Überprüfung der Position der Zervix kann hilfreiche Informationen liefern, um den idealen Zeitpunkt für eine Empfängnis zu bestimmen, insbesondere wenn du versuchst, schwanger zu werden. Es gibt einige Änderungen, auf die du achten kannst:

  • Weichheit des Gewebes: Fühlt sich dein Muttermund fest oder weich an? Östrogen bewirkt, dass das zervikale Gewebe weicher wird, wodurch es sich in der fruchtbarsten Phase weniger fest anfühlt. Manche sagen, es könnte damit verglichen werden, sich wie die Nasenspitze anzufühlen, wenn du nicht fruchtbar bist und etwas weniger fest, wie die Lippen, wenn du fruchtbar bist.
  • Öffnung des Gebärmutterhalses: Dein Muttermund wird kurz vor dem Eisprung ein kleines bisschen geöffnet sein. Während der Periode liegt der Gebärmutterhals jedoch tiefer in der Vagina, wie vor dem Eisprung.

HINWEIS: Mach dir keine Sorgen, wenn dein Ihr Gebärmutterhals immer leicht geöffnet anfühlt. Bei denjenigen, die schon mal entbunden haben, kann der Muttermund immer leicht geöffnet sein.

Tipps für die Überprüfung der Zervix

Sei versichert; du musst nicht sofort beim ersten Mal Expert*in für deinen Muttermund werden. Auch nicht beim zweiten oder dritten Mal! Das Wichtigste ist, es auszuprobieren. Hier sind ein paar Tipps für den Anfang:

  • Überprüfen deinen Muttermund nicht vor oder nach dem Sex. Mit anderen Worten, dein Gebärmutterhals bewegt sich entsprechend deiner sexuellen Erregung, unabhängig davon, wo du dich in deinem Menstruationszyklus befindest.
  • Versuche zu Beginn, deine Zervix so oft wie möglich zu überprüfen. Vergiss nicht – es ist einfacher, den Muttermund zu finden, wenn du dich NICHT um den Eisprung herum befindest.
  • Es ist eine gute Idee, jeden Tag zur gleichen Zeit deinen Muttermund zu überprüfen, vielleicht nach dem Duschen oder beim Anziehen. Je öfter du es tust, desto weniger entmutigend wird es sein!

Der Muttermund und die Menstruationstasse

Bei manchen Menschen bewegt sich der Gebärmutterhals während ihrer Periode deutlich nach unten. Da der Gebärmutterhals in der Regel relativ hoch in der Vagina liegt und die Menstruationstasse weit unten in der Vagina platziert ist, bleibt der Gebärmutterhals oftmals sowieso oberhalb der Tasse. Wenn der Gebärmutterhals tief sitzt, kann der Muttermund in der Tasse positioniert werden. Im Gegensatz dazu sitzen Tampons in der Regel weiter oben in der Vagina, genau dort, wo sich der Gebärmutterhals befindet. In Darstellungen von Lunette ist der Gebärmutterhals absichtlich sehr hoch platziert, um zu betonen, dass die richtige Position der Menstruationstasse im unteren Bereich der Vagina liegt.

Bei manchen Menschen passt der Gebärmutterhals am besten in die Menstruationstasse – du wirst wissen, was sich richtig anfühlt. Bei vielen senkt sich der Gebärmutterhals nach der Geburt ab, bei anderen liegt er von Natur aus tief in der Vagina. Wenn du entbunden hast, solltest du die Beckenbodenmuskulatur mit Kegeln (oder Liebeskugeln) trainieren. Diese Muskeln in Form zu halten ist bei der Verwendung der Menstruationstasse sinnvoll.

Versuchst du deinen Muttermund zu finden, aber ohne Erfolg? Wenn du deine Menstruationstasse ohne Auslaufen und Undichtheit verwenden kannst, ist es nicht unbedingt notwendig auf Erkundungstour zu gehen. Du bist einfach eine jener Personen bei denen der Muttermund weit oben in der Vagina liegt – und die Verwendung einer Menstruationstasse wird dadurch in keiner Weise beeinträchtigt!

TIPP: Auslaufen tritt häufiger auf, wenn sich der Gebärmutterhals während der Menstruation nach unten bewegt oder die Menstruationstasse zu hoch in die Vagina eingeführt wurde (neben dem Gebärmutterhals oder darüber platziert). Die Menstruationstasse kann auch Druck auf den Muttermund ausüben und Beschwerden, wie ein unangenehmes Tragegefühl, Druck oder sogar Schmerzen verursachen. Der beste Weg, um die Position deiner Zervix zu beurteilen, besteht darin, festzustellen, ob deine Menstruationskappe ausläuft – wenn es zu Auslaufen kommt obwohl die Menstruationstasse vollständig geöffnet ist, stelle sicher, dass die Menstruationskappe deutlich unterhalb des Muttermundes platziert ist.

Nicht nur Frauen haben eine Zervix

Es ist wichtig sicherzustellen, dass jede*r mit einem Gebärmutterhals weiß, wie man das Risiko für Gebärmutterhalskrebs reduzieren kann, und dies bedeutet, sich beim Gebärmutterhals-Screening wohl und sicher fühlt. Während sich die meisten Menschen mit einer Zervix als Frauen identifizieren, sind es nicht alle. Auch Transmänner und nicht-binäre Menschen können eine Zervix haben.

Warum solltest du das alles wissen?

Dein Körper hat seine eigene tolle innere Landschaft. Es ist wichtig, etwas über den Gebärmutterhals zu wissen, unabhängig davon, ob du selbst eine Zervix hast oder nicht. Wir sollten uns zwar nicht unser Leben lang Sorgen um Krankheiten machen, die vielleicht nie auftreten werden, aber es ist wichtig, sich der Symptome bewusst zu sein, die möglicherweise auf etwas Gefährliches hinweisen könnten.

Die menschliche Anatomie ist faszinierend, jeder einzelne Teil davon, und mehr darüber zu wissen, wird dir helfen dir über dich selbst und andere Zervixbesiter*innen um dich herum bewusster zu werden. Egal, ob du planst, schwanger zu werden oder nicht.

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