Period Power: Obdachlosigkeit und die Periode

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Foto mit freundlicher Genehmigung der Wayfarer Foundation, Foto von Josh Telles.

 

Wenn du unsere #PeriodPower Blogreihe verfolgst, ist dir vielleicht aufgefallen, dass wir Licht darauf geworfen haben, warum die Periode so mächtig in der Gesellschaft ist, nicht nur in Entwicklungsländern sondern auch direkt vor unserer Haustür.

Von Mädchen, die in der Schule fehlen, bis hin zu Period Shaming in den Medien, haben wir noch einen langen Weg vor uns, um die Gleichstellung der Menstruation zu erreichen! Darum dreht sich in diesem Jahr alles um #PeriodPower.

Bis jetzt haben wir darüber gesprochen, wie Menschen von Einstellungen zu Perioden in verschiedenen Lebensbereichen betroffen sind, einschließlich Gefängnissen, am Arbeitsplatz und was du tun kannst, um die #PeriodPower-Bewegung zu unterstützen. Das heutige Thema behandelt ein anderes Tabu, das wir oft zu ignorieren versuchen - Obdachlosigkeit. Wie beeinflusst Obdachlosigkeit ihre Periode? Lass uns eintauchen.

OBDACHLOSIGKEIT IN DEN WESTLICHEN LÄNDERN

Laut dem jährlichen Obdachlosenbewertungsbericht 2017 an den Kongress der U.S.-Abteilung für Wohnungsbau und Stadtentwicklung wurde geschätzt, dass 39 Prozent (215.709 Menschen) Frauen waren, die von Obdachlosigkeit betroffen waren. Etwas weniger als 61 Prozent waren Männer und weniger als 1 Prozent identifizierten sich entweder als Transgender oder nicht-binär.

In einem kürzlichen Bericht von Shelter wird geschätzt, dass es in Großbritannien mehr als 300.000 obdachlose Menschen gab, das ist 1 von 200 Menschen, die auf der Straße oder in unzureichenden Unterkünften leben. Beängstigend, denn diese Zahl steigt Jahr für Jahr deutlich.

In Deutschland gibt es über 860.000 wohnungslose Menschen - eine Zahl die sich seit 2014 verdoppelt hat. In Österreich sind etwa 18,3% der Bevölkerung (also über 1,5 Millionen Menschen) arm oder armutsgefährdet.

Mit ein bisschen Mathematik sieht man, dass es eine Menge von Leuten in diesen Statistiken gibt, die menstruieren. Viele dieser Menschen haben keinen Zugang zu Menstruationsprodukten, Toiletten, Unterkünften und anderen grundlegenden menschlichen Bedürfnissen. WARUM? Nun, das ist die Frage des Jahrhunderts.

WIE MENSTRUIERENDE PERSONEN AUF DER STRASSE MIT IHRER PERIODE UMGEHEN

Die Härten, die Obdachlose durchmachen, sind unvorstellbar, und ob sie menstruieren oder nicht, Obdachlosigkeit ist ein anderes Tabuthema, über das viele von uns nie sprechen. Jeden Monat für etwa eine Woche stehen obdachlose menstruierende Personen vor dem Problem, das wenige Geld, das sie haben für eine Mahlzeit auszugeben, oder eine Packung Tampons oder Binden. Lasst uns nicht vergessen, wie teuer Einweg-Menstruationsprodukte jeden Monat sein können. Die durchschnittliche Packung mit Tampons (die mit 36 ​​Tampons der Saugstärke Normal) kostet um die €3,50 und eine Packung Binden (mit 26 Stück der Saugstärke Normal) ebenfalls um die €3,50. Es mag zwar nicht nach viel klingen und ist scheint für manche nicht unbedingt eine große Sache zu sein. Aber in Abhängigkeit der Blutung muss man mehr oder weniger oft wechseln und es kann sich schon summieren. Was hier noch fehlt, sind Schmerzmittel oder neue Unterwäsche, falls mal etwas daneben geht. Und es ist die Realität, dass es Menschen auf der Straße gibt, die es sich kaum leisten können, sich selbst zu ernähren. Kein Wunder, dass in Großbritannien selbst Familien, die nicht als obdachlos gelten, mehr und mehr auf Lebensmittelbanken angewiesen sind, um grundlegende Produkte anzubieten.

Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, wie obdachlose Frauen und Transmänner mit ihren Perioden umgehen. Von Socken, Plastiktüten und Servietten bis zu Lumpen, T-Shirts und Wattebällchen besteht für diese obdachlosen menstruierenden Personen das Risiko eines toxischen Schocksyndroms und anderer gesundheitsbezogener Probleme. Es ist nicht nur ein Hygieneproblem, sondern ein Gesundheitsproblem. Während Spenden wie Nahrung und Kleidung in Obdachloseneinrichtungen immer sehr geschätzt werden, fehlen vielen solchen Einrichtungen Menstruationsprodukte um welche zu verteilen. In diesem Sinne, lasset uns dies in unseren Gehirnen verankern: Menstruationsprodukte sind KEIN Luxus, sie sind eine NOTWENDIGKEIT, und jeder sollte Zugang zu ihnen haben.

OBDACHLOSIGKEIT UND DAS MENSTRUATIONSTABU

Lass uns real sein, es gibt immer noch viele Leute, die nicht gerne über die Menstruation sprechen. Ob du der Freund/die Freunding bist, der/die einen #PussyPower-Hut rockt, oder du offen über Perioden sprichst, kennst du wahrscheinlich Leute, die das Thema völlig meiden. Dies wirkt sich auch auf die Obdachlosigkeit aus, weil so viele Menschen und SpenderInnen sich dem großen Bedürfnis an Menstruationsprodukten nicht bewusst sind, weil sie nichts dazu gehört haben. Es ist also nicht nur ein Obdachlosenproblem, sondern auch ein gesellschaftliches Problem! Lies unseren #PeriodPower Blog darüber, wie du über das Menstruationstabu reden und das Tabu brechen kannst und erzähle es deinen Freunden.

WAS KANNST DU TUN?

Es gibt immer Möglichkeiten, Menschen zu helfen, wie zum Beispiel Besuche in den Obdachlosenheimen, Organisation einer Spendenaktion und PLANUNG! Du wirst überrascht sein, wie viele Menschen Tampons und Binden an Obdachloseneinrichtungen spenden würden, wenn sie wüssten, dass es ein so notwendiges Thema ist.

Ignoriere nicht, was du siehst. Es ist leicht, an einem Obdachlosen vorbei zu gehen und so zu tun, als existierten sie nicht, aber jeder hat eine Geschichte. Vielleicht gibt es einen Laden um die Ecke, der Menstruationsprodukte verkauft? Frag, ob sie eine Packung Tampons oder Binden haben möchten! Es ist eine einfache Geste, die ihre Verlegenheit und ihren Schmerz für diese eine Woche lindert, in der man nicht kontrollieren kann, was der Körper tut.

Es gibt bereits einige fantastische Organisationen, die einen inspirierenden Job leisten und versuchen Obdachlosen zu helfen. Wenn du heute etwas tust, schau dir bitte ihre Websites an und verbreite das Wort! Schau einfach welche Obdachloseneinrichtungen es in deinem Land oder deiner Nähe gibt.

Halte die Konversation am Laufen und erhöhe das Bewusstsein, indem du diesen Beitrag teilst und verwende den Hashtag #PeriodPower. Du kannst uns auch auf Facebook oder Twitter folgen für mehr Period Power Gespräche!